 Woher weiß man, ob man das richtige tut? Im Ernst. Ist da dieses (gute) Gefühl? Und wenn ja: Sind es denn "bloß Gefühle" die uns leiten? Kann "Das Herz hat Gründe, die der Verstand nicht kennt" wirklich eine Entschuldigung für alles sein? Jeder hat schon mal einem anderen Menschen wehgetan. Vielleicht sogar einem Menschen, den er liebt - oder den er zumindest irgendwann mal, auf irgendeine Weise, geliebt hat. Denn sind nicht Menschen, die uns nahe stehen, die Menschen, die uns als einzigste wirklich wehtun können? Sie sind unsere Vertrauten, können Sachen gegen uns verwenden, die ein Außenstehender nicht wüsste. Und bei der Liebe ist es ohnehin so eine Sache. Was ist aus dem guten alten "Wer sich verliebt, verliert" geworden? Unser Kalenderspruch auf der Arbeit war heute „Leidenschaft schafft Leiden“. Vielleicht ist das so. Aber wo keine Leidenschaft ist, entscheiden wir weder mit dem Bauch, noch mit dem Herzen – Wir entscheiden mit dem Kopf. Sicherlich eine Methode bei der wenig schief gehen kann. Bei der wir tausend mal durchkauen was sein könnte und ob das Ergebnis im Vergleich zu dem Schmerz, der ebenfalls auftreten könnte, überhaupt (wenn auch nur annähernd) im Verhältnis steht. Meist entscheiden wir uns dann dafür, besser nichts zu riskieren, anstatt es „einfach mal zuzulassen“. Alles, worauf die Liebe wartet, ist die Gelegenheit. Aber einfach zulassen heißt auch, sich einfach in das Schussfeld zu begeben und sein Herz zum Abschuss freizugeben. Man kann dann nur hoffen, dass man die Sache heil übersteht. Und eben dieser Schritt nach vorne, ist doch für die wenigsten von uns einfach. Man tut und sagt plötzlich Sachen, die kein anderer nachvollziehen kann – Ja, man selbst meistens auch nicht. Es ist eben schwer die Liebe zu erklären, wenn man liebt. Ohnehin weiß man dann, wenn auch nur ganz tief im Inneren, man kommt aus der Sache sowieso nicht mehr heil heraus. Man steckt schon zu tief drin, ist sich dem Motto „Tu nur das was dein Herz dir sagt“ durchaus bewusst, aber immer wenn es drauf ankommt, spielt auch der Kopf bei dem Spiel wieder seinen bekannten Part. Es könnte der Part der bösen Hexe sein, die einem nichts gönnt, vielmehr könnte es aber auch eine Art Schutzengel sein, der einem vor möglichst üblen Erfahrungen bewahren will. Das zu entscheiden ist wohl abhängig von der Situation. Aber ist es nicht ohnehin so, dass wir diese Erfahrungen brauchen, um zu wachsen? Das wir von den Schmerzen leben, um zu lernen, um es beim nächsten mal vielleicht besser zu machen?
Derjenige, der nicht zulässt, dass die Lieben einen verletzt, zerstört sich am Ende damit selbst.. |